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Janina Schirrle


Der Weg zweier junger Menschen, deren Lebensweg und Gottvertrauen durch Schicksaalsschläge stark ins Wanken gerät. Können die beiden es schaffen alle Hürden zu überwinden und lernen wieder zu lieben…


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#Liebe
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Kapitel 1

Es war ein milder Herbstabend. Genau so einer, an dem man eben gerne über den mit bunten Blättern übersähten Waldboden spatziert, den Duft von frischem Holz einatmet und die roten und gelben Blätter bewundert, während sie wie Federn zu Boden segeln.So eine Feder hatte es schon gut. Sie war unbeschwert, leicht und frei. In diesem Moment beneidete sie diese Feder, diese unbeschwerte Feder, die durch ihre Gedanken flog. An diesem Tag hatte sie keinen Spaziergang gemacht. Stattdessen saß sie nun hier in ihrem kleinen Häuschen wie zur Salzsäule versteinert und grübelte - über sich, den Sinn ihres Lebens und ihren Glauben an Gott. Oh ja, Gott. Der dem sie einst vertraute, mit dem sie eine innige Beziehung zu haben glaubte. Wie konnte er ihr das nur antun, ein Gott der Liebe und Barmherzigkeit? Zum ersten Mal in ihrem Leben begann Elisabeth zu zweifeln, an sich selbst, ihrem Leben, aber vor allem an Gott, Wie? Warum? Warum nur? Wie schon so oft seit diesem verhängnisvollen Donnerstag vor einer Woche fragte Elisabeth sich dies. Immer wieder stiegen diese grausamen, schrecklichen Bilder in ihr auf, das Auto, die Bahn, die angstverzerrten Gesichter, Schreie, ein knall und dann... nichts, Totenstille, als hätte jemand die Welt angehalten- einfach so ohne jede Vorwarnung- einfach so hatte Gott ihr alles genommen was sie je geliebt hatte: ihre Familie, ihre Eltern und ihren Mann John. Warum? Warum nur? „Elisabeth, Elisabeth, hören sie zu?" Wie durch eine tonnenschwere, undurchdringliche Nebelschicht drang die Stimme des Pastors an ihr Ohr. Wie betäubt nickte sie und Pastor Jones fuhr fort: „Nun, das wäre es dann soweit, wir sehen uns am Samstag auf der Beerdigung." Die Tür fiel ins Schloss und der Pastor hatte eine gebrochene Frau mit einem Eisenpanzer um ihr Herz- und den schwor sie sich, den niemand jemals brechen würde- zurückgelassen.


Kapitel 2

°°°

Der Wind peitschte scharf in sein Gesicht und brannte wie die Narben tief in seiner Seele. Seine Glieder schmerzten, aber es machte ihm nichts aus. Es störte ihn nicht, er war gefühlslos, taub. Er konnte nicht mehr denken, sein Kopf war wie mit Watte ausgetopft. Er trieb Windstorm- seinen liebevollen schwarzen Hengst- weiter an. Krampfhaft versuchte er das Geschehene zu verarbeiten, aber es wollte ihm einfach nicht gelingen. Er hatte gehofft, sich beim Reiten etwas zu beruhigen und klarer denken zu können, aber selbst das half ihm heute nicht weiter. Auch der schönste Blick über die Klippen und das weite Meer- in denen er als Kind immer Zuflucht gesucht hatte- konnte ihn heute nicht besänftigen. Da war nichts ... einfach nur machtlose Leere in seinem Inneren, und wo sie nicht war da war Schmerz. Aber es waren keine äußerlichen Schmerzen, sondern der bittersüße Schmerz der qualvollen Wahrheit. Er nagte ihm ein tiefes, dunkles Loch in sein Herz. Sein Blick schweifte wieder zu den Klippen, die wie zerrissene Bruchteil eines großen Ganzen die Landschaft prägten, Ja, zerrissen, das das war er auch. Zerrissen in tausende Einzelteile und er wusste nicht, ob er sie jemals wieder flicken könnte. Jenseits der Klippen erstreckte sich das unendliche Weite, klare, tiefblaue Meer bis zum Horizont und spiegelte die sanften Sonnenstrahlen, die nun langsam hinter den Wolken hervorkamen, wider. Normalerweise wäre er bei solch einem traumhaften Anblick stehengeblieben und hätte den Augenblick genüsslich in sich aufgenommen, aber heute war es anders, Heute war alles anders- er William O'Connor war nicht mehr er selbst. Dieses eine unscheinbare, und doch so vielsagende und bedeutende Stück Papier hatte sein Leben auf einen Schlag verändert-Zerstört. Nur dieser kleine Zettel von so vielen mit der Aufschrift: Adoptionsvertrag. Sein Leben war kein Märchen mehr wie dieser Ort hier und er war nicht mehr der Prinz. Sein Leben verwandelte sich gerade in einen Albtraum. Gropp veranlasste er Windstorm in Galopp überzugehen in dem Wunsch aus dieser zu schönen, aber für ihn unrealistischen Welt zu verschwinden. Er durfte nicht zu viel träumen- er musste sich seinem Leben stellen.


Kapitel 3

Noch lange nachdem Pastor Jones gegangen war saß Elisabeth Delany bewegungslos in ihrem Wohnzimmer. Ihr Blick streifte gedankenverloren durch den hellen, von warmem Sonnenlicht erfüllten Raum und blieb an der Spieluhr auf dem Kamin hängen. Oh wie sehr hatte John sie geliebt. Es war eines ihr erstes Weihnachtsgeschenk an ihn als verheiratete Frau gewesen. Ihre Hochzeit war ziemlich genau zwei Jahre her. In Gedanken wanderte sie zu diesem wundervollsten Tag ihres Lebens zurück. John hatte so gut ausgesehen. Auch wenn er lediglich eine neue Fliege und ein Paar neue Schuhe zu seinem Sonntagsanzug getragen hatte, war er für sie der gutaussehenste Mann gewesen. Bei diesem Gedanken leuchtete ihr Gesicht auf, verschloss sich aber sofort wieder zu ihrer versteinerten Miene. Es war eine einfache Hochzeit gewesen. Nur seine und ihre Eltern waren da gewesen. Ein Pfarrer aus einer der Nachbargemeinden hatte den Traugottesdienst gehalten, denn ihr Vater wollte diesen Tag nicht als Pfarrer, sondern als Brautvater verbringen. Bei dem Gedanken an ihren stehts liebevollen Vater und ihre Mutter zog sich ihr Herz schmerzhaft zusammen. Das war alles Vergangenheit. Nie mehr würde sie Johns Umarmungen spüren, nie mehr die tröstenden Worte ihrer Mutter hören oder der tiefen, beruhigenden Stimme ihres Vaters lauschen. Das war vorbei für immer – zum ersten Mal seit dem Unfall sprach sie die bittere Wahrheit gedanklich laut aus: Sie sind Tod für immer! Sie war allein, so glaubte sie-verlassen von ihrer Familie- und verlassen von Gott. Auf sich alleine gestellt, um sich um sich selbst, aber vor allem auch um ihren einjährigen Sohn Benjamin zu kümmern. Allein- einfach allein.

°°°

„William, versuche doch mindestens ein bisschen zu lächeln, unsere Gäste kommen gleich an und ich bin mir sicher Lady Charlotte würde sich sehr freuen, wenn du mindestens ein kleines Lächeln aufsetzen würdest." Ermahnte Alavinia O'Connor mit ihrer hohen, kühlen Stimme ihren sohn. William sah in die herzlosen, grauen Augen seiner Mutter- oder der frau von dem er sein Leben lang geglaubt hatte, dass es seine Mutter sei. Wut kochte in ihm auf. Wie konnte es diese Frau wagen ihm irgendetwas zu befehlen. Sie hatte ihn jahrelang ohne Scham ins Gesicht gesehen und im vorgespielt sie sei seine Mutter. Aber er war eines Besseren belehrt worden. Er war kurz davor ihr alles ins Gesicht zu werfen, ermahnte sich aber rechtzeitig noch und erinnerte sich an seinen Plan erst mehr über seine wahren Eltern herauszufinden bevor er seine Mutter damit konfrontierte. Was seine leibliche Mutter wohl für ein Mensch war? Im Innersten hegte er die zarte Hoffnung, sie sei nicht so hartherzig wie Alavinia. Hatte er Geschwister? Und wenn ja, wie waren sie? Plötzlich wurde William durch das Läuten der Glocke aus seinen Gedanken gerissen. Der Besuch war angekommen. William straffte die Schultern, erhob sich von seinem Stuhl und ging in Richtung Eingangshalle um seine Gäste zu begrüßen. Hilf mir, Gott, Hilf Mir!

Allein schon bein Anblick von Lady Charlotte wollte er wegrennen, aber er musste der Chantelman sein und ein Chantelman lief nicht davon. Seine Mutter begrüßte Lady Charlotte und deren Mutter mit einem so süßen Lächeln, das er nie von ihr bekommen hatte – von seiner eigenen Mutter. Oh wie sehr hätte er als kleiner Junge die Liebe seiner Mutter gespührt oder sanfte Worte aus ihrem Mund gehört. Stadessen hatte ihm immer nur ein halbbherziger Kalter Blick aus den Augen seiner Mutter gegolden. Für ihn war er nur der gutaussehende junge Mann als Nachfolger für seinen Vater Graf Monteglas. Aber wollte er das überhaupt sein? Immer häufiger stellte sich Nicholas diese Frage in den letzten tagen. Plötzlich wurde er von der zuckeersüßen hohen Stimme von Lady Charlotte aus seinen gedanken gerissen. Er hatte sie erst ein paar mal auf einem der zahlreichen Bälle, die er aufgrund seines standes besuchen musste von weitem gesehen. Jetzt bei näherem betrachten fiel ihm erst ihre Schönheit wirklich auf. Ihr Gesicht war makellos und in ihrem Kleid wwirkte sie fast schon wie eine Schaufensterpuppe. Aber wollte er solch eine Frau? Ein ausstellungsstück, das nichts mit ihm gemein hatte, das in nur wegen seines Geldes heiratete? Nein sicherlich nicht. Aber jetzt musste er erst einmal diessen Nachmitteag überstehen. Uun ter keibenen umständen durfte er siiener mutter etwas anmerken lassen. Also galt es Miene wahren. Mit freundlicher Miene erwiederte er:,, Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen, Sie sehen wirklich reizent aus heute Abend, Lady Charlotte.


14 Septembre 2022 15:48:27 0 Rapport Incorporer Suivre l’histoire
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