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Jennifer Stöcker


Plötzlich schob sich eine mir nur allzu gut bekannte Silhouette in mein Blickfeld und ich vergaß für einen Moment zu atmen. Jonah. Seine Augenringe und seine zerzausten kastanienbraunen Haare sagten mir, dass er letzte Nacht wohl genauso schlecht geschlafen hatte wie ich. Nur dummerweise, sah ich aus, als hätte mich ein Auto überfahren und ihn machte das müde Aussehen nur noch heißer. Sofort wurde ich rot und musste unfreiwillig an den unwirklichen Traum von letzter Nacht denken. Den ganzen Tag hatte ich den Traum erfolgreich verdrängt, um mir keine Gedanken zu machen, warum ich verdammt nochmal von Jonah geträumt hatte. Er hielt mir einen Zettel vor die Nase, den ich verwirrt entgegen nahm. Während ich mir den Zettel so anschaute, wo einfach nur in hektischer Krackelschrift die Worte: „Sorry, aber ich hatte es eilig" geschrieben standen, kehrten endlich meine Gehirnzellen wieder. »Das war dein Parkplatz?«, ich schaute ihn ungläubig an. »Nö, ich wollte nur dein dummes Gesicht sehen, danke dafür«, er setzte ein arrogantes Lächeln auf, kam noch näher und stütze sich mit einer Hand an der Wand ab. Ich wich unwillkürlich zurück und die Wand bohrte sich in meinen Rücken. Neuer Ort, neues Glück? Nicht wenn es nach April geht. Sie will einfach nur noch die letzten Jahre der High School hinter sich bringen und dann aus diesem verdammten Kaff verschwinden. Und dann, steht er da. Jonah. Der arrogante Typ von der anderen Schule. Und der stellt ihre Welt mächtig auf den Kopf.


Fiction adolescente Tout public.

#cat #school #Love #couple #boyfriend #girlfriend #Boy #friedship
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Kapitel 1

Ich blieb an der Zimmertür mit dem kleinen Schildchen „11b“ stehen und hob die Hand, um anzuklopfen. 
Eine scharfe, harte Stimme eines Mannes sagte: »Herein.«

Ich atmete einmal tief durch und öffnete die Tür mit einem energischen Ruck. Zwanzig Köpfe drehten sich augenblicklich zu mir um. Ich kannte das Spiel ja jetzt schon.

Was jetzt kommen würde, wusste ich nur allzu gut.

Ich bin ein paarmal umgezogen. Als Erstes als meine Mutter einen Lover hatte und unbedingt zu ihm ziehen wollte. Das war in der 3. Klasse. Hielt aber nur ein paar Monate und dann das zweite Mal, als wir wieder auszogen. Dann kam ich in die 4. Klasse, wo ich wieder alle neu kennen lernen musste. Nach der 4. kam natürlich die weiterführende Schule und ich musste auch da wieder alle neu kennenlernen, nur war es leichter, da sie sich ja alle nicht gegenseitig kannten.

Dann als sich der Zustand meiner Mutter so dramatisch verschlechterte, dass sie sich nicht mehr um mich kümmern konnte, musste ich zu meiner Oma ziehen. Das war in der 8. Klasse. Dann natürlich der Wechsel zur 11. Klasse. Und ja, jetzt stand ich hier schon wieder und kannte vermutlich keinen der Zwanzig Köpfe, die sich langsam mit mir mit drehten, während ich auf den Lehrer zuging.

Also, wie gesagt, es ist immer das Gleiche. Man kommt rein, alle starren einen an und der erste Eindruck entsteht in ihren Köpfen. Ich will nicht sagen, dass ich attraktiv wäre, aber doch ganz passabel. Einfach ein ganz normales Mädchen. Dies schienen diese Mädchen wohl nicht so zu sehen. Sie steckten die Köpfe zusammen und tuschelten und guckten immer wieder arrogant und abschätzend zu mir rüber.

Dieses Getue hatte allerdings erst in der 5. Klasse angefangen. Vorher war ich einfach ein Mädchen, das neu dazugekommen war. Alle waren nett und freundlich zu mir, und schon gar nicht voreingenommen. Am Anfang hatte ich mir noch etwas daraus gemacht, wenn mich jemand so ansah, nachher hatte ich dann aber immer erfahren, dass auch die Mädchen die am Anfang so getuschelt hatten, eigentlich ganz nett waren und ich auch am Ende gut mit ihnen zu Recht kam.

Natürlich gab es dann auch noch die Mädchen, die einfach nur kindisch lachten, wie meine neue „Beste“ Freundin Susan und ihre Barbies.

Es gab immer welche in einer Klasse. Während ich meinem Lehrer das Anmeldeformular gab, den Miss Sally freundlicherweise, neu für mich gemacht hatte, ließ ich meinen Blick über meine neue Klasse streifen und seufzte.

Ich war noch nie in einer Klasse, die nur aus Mädchen bestand. Hier würde der Zickenterror schon vorprogrammiert sein. Der Lehrer nickte einmal und deutete auf einen leeren Platz ganz hinten an der Wand – was mir nur recht war, so konnte ich nämlich alles gut im Auge behalten und alle mussten sich zu mir umdrehen, um mich anzusehen, und so konnte ich sehen, wer mich mehr als nur einmal verstohlen ansah – während er mich vorstellte:

»So Ladys, das ist April Summer und sie geht ab jetzt in unsere Klasse. Bitte behandelt sie besser als mich, sonst wird Sie sehr schnell das Weite suchen, was ich leider nicht kann. Ihr werdet in der Pause noch genug Zeit haben, euch mit ihr zu unterhalten. Währenddessen richten wir unsere schönen Augen wieder dem Mathebuch zu. Für dich Miss Summer, wird sind im Mathebuch auf Seite zehn, Aufgabe drei.«, alles stöhnte und ich konnte grade noch den bissigen Kommentar von einer der Barbies hören:

»April Summer. Was für ein…«, sie durchforstete, ihren Holen, von Make-Up voll geklatschten Kopf, nach den richtigen Worten, während sich die andere Barbie vorbeugte und ihr etwas ins Ohr flüsterte.

»… dümmlicher, einfallsloser Name!«, beendete sie ihren Satz und schielte dann zu Susan rüber, ob sie diese besonders – in ihren Augen – starke Beleidigung auch gehört hatte. Susan reagierte darauf, indem sie einfach nur mitleidig zu mir rüber guckte und nickte.

Ich beugte mich zu Barbie Nummer Eins rüber.

»Und wie ist dein Name, Püppchen? Mhh lass mich raten… Vielleicht: Ich-benutze-so-viel-Make-up-das-wenn-ich-mich-abschminke-mein-Halbes-Gesicht-kleben-bleibt?«, flüsterte ich, laut genug das auch Susan es hören konnte.

»Wenigstens benutzt sie Make-up.«, fuhr Susan mich jetzt an.

Uhh, gut gekontert. Aber ich ließ so etwas natürlich nicht auf mir sitzen.

Langsam ging ich nun an Susans Tisch vorbei und fuhr mir mit der Hand übers Gesicht, so dass ein bisschen von meinem Make-up daran hängen blieb und schmierte es einmal quer über Susans Mathebuchseite, sodass jetzt vier dicke Make-up Streifen auf Seite zehn herausstachen.

»Ich trage Nuance Beige von Nyx. Und du? Nein, sag nichts. Ich würde behaupten, du trägst Clown-weiß? Nicht? Oh dann ist deine Haut also tatsächlich so beunruhigend blass? Ich gib dir mal einen guten Ratschlag: Sonne hilft dagegen. Bei deinen anderen Freundinnen hingegen würde ich sagen: Weniger ist mehr. Vielleicht nicht so oft in die Bratröhre gucken«, damit drehte ich mich um und ging gemütlich zu dem mir verwiesenen Platz, ganz hinten in der Ecke, wo ich auch schön beobachten konnte, wie Susans Clown-weiß zu einem Tomaten Rot wechselte und mich mit einem Blick – der mich töten würde, wenn Blicke das könnten – ansah, bevor sie sich zu ihren Barbies drehte und mit ihnen lautstark anfing zu tuscheln.

So laut, dass auch mein Lehrer es hörte und ihnen eine Hausaufgabe zusätzlich aufgab, was sie nur noch mehr erröten ließ.

Ich grinste leise vor mich hin und erhaschte gerade noch ein paar bewundernde Blicke von zwei Mädchen, kurz hinter Susans Tisch.

Ich würde sagen, damit wird sich so mancher den ersten Eindruck noch einmal überlegen müssen.

Zufrieden widmete ich mich meinem Mathebuch und tat so, als könnte ich die ganzen verdammten Matheaufgaben, wie aus dem FF lösen. Darüber konnte ich nur noch breiter grinsen, denn wenn die wüssten, wie beunruhigend schlecht ich in Mathe war, würden sie mich glatt in die Theater AG stecken.

Als es dann endlich zur Pause klingelte, war ich trotzdem erleichtert. Man konnte mir zwar nicht ansehen, dass Mathe und ich keine Freunde mehr werden würden aber es hatte mich ganz schön Konzentration gekostet, nur so zu tun als ob. Na ja, spätestens wenn ich irgendwann mal an die Tafel müsste, würde es Ihnen aufgehen.

Letztes Jahr hatte ich eine 4 in Mathe, was ich aber auch nur so gerade, irgendwie hinbekommen habe.

Wenn ich mir dann auch noch meinen Mathelehrer anschaute, wie er mit seiner Brille, – Warum müssen Mathelehrer eigentlich immer eine Brille tragen? – die er auf seiner etwas zu kleinen Nase, immer wieder zurechtrückte, wenn er sah, dass nicht jeder sich in Mathe, so wie er, verlieren konnte, sondern lieber die Kästchen im Matheheft ausmalte. Und dann seinen schon sehr beachtlichen ergrauten und hohen Haaransatz und seine echt nah aneinander liegenden, graphitgrauen Augen, die er immer zusammenkniff, dann würde auch dieses Jahr, Mathe nicht mein bester Freund werden.

Ich bin ja der festen Meinung, dass die Noten zum Teil auch etwas mit den Lehrern zu tun haben. Ich hatte mal einen Mathelehrer, der war echt nett und sah sogar, was kaum zu glauben ist, ein bisschen annehmbar aus. Bei dem stand ich das erste Mal in meinem Leben 3 in Mathe.- Natürlich abgesehen von der Grundschule, wo wahrscheinlich jeder nicht schlechter als 3 stand.

Da ich ja noch keine Freunde hatte, blieb ich auf meinem Platz sitzen und packte mein Frühstück aus. Oma gab sich immer sehr viel Mühe, wenn es ums Essen ging.

Und sie achtete auch sehr streng darauf, was ich aß. Im Endeffekt hieß das: kein Fast Food und auch nur ganz selten Nutella oder Marmelade. Natürlich könnte ich mir auch einfach am Kiosk ein Nutella Brötchen kaufen, das hatte ich gesehen, als der Direktor mich durch die St. Julia geführt hatte. Dort stand eine ganze Traube von Menschen vor einem Schild: Nutella Brötchen – Heute nur 1 Euro!

Gewundert hatte mich auch, dass an dem Kiosk nicht nur Mädchen standen. Anscheinend hatten Jungs und Mädchen nur getrennt Unterricht, hatten aber einen gemeinsamen Pausenhof.

Oma hatte mir heute ein Sandwich mit Putenwurst, Salat, Gurke und Tomate eingepackt. Remoulade und Mayonnaise gab es bei uns ebenfalls nicht. Außer bei ihren selbstgemachten Pommes machte Oma eine Ausnahme mit Mayonnaise.

Zusätzlich hatte meine Oma mir noch Weintrauben und Erdbeeren eingepackt. Also eigentlich ein leckeres Frühstück, nur wurde ich davon selten satt.

Ich wollte grade von meinem Sandwich abbeißen, als Susan mit ihren zwei Barbies auf mich zusteuerten und mich mit ihren Augen giftig fixierten. Ich lies mein Sandwich auf halber Strecke zum Mund sinken und schielte sehnsüchtig drauf.

»Wegen dir hat uns Mr. Wagenbach eine extra Hausaufgabe gegeben. Und da du daran schuld bist, wollen wir, dass du die Aufgabe machst«, sagte Barbie Nummer 1 und schielte zu Susan rüber, ob sie es auch ja richtig gesagt hatte.

Ach scheiß drauf! Ich führte mein Sandwich genüsslich zum Mund und biss eine große Ecke ab.

Susan setzte ihr, zum kotzen süßes Lächeln auf und guckte mir fest in die Augen.

Mit noch vollem Mund nuschelte ich: »Wenn ihr schu dumm scheid, euch beim Läschtern erwischen zulasschen – euer Pesch.«, ich schluckte einmal kräftig und fuhr dann fort: »Ich jedenfalls, werde keine weiteren Hausaufgaben machen und schon gar nicht für dumme Püppchen«, sagte ich, stand auf und blickte Susan nun meinerseits fest in die Augen, wobei ich ein wenig runter gucken musste, da sie so klein war.

»Oh doch! Du wirst die Aufgaben für uns machen, und zwar bis morgen.«, sie stemmte ihre Arme in ihre Hüfte und ging leicht auf die Zehenspitzen, um unsere Größendifferenz zu verkleinern.

»Und was ist wenn nicht?«

»Dann wird deine Zeit hier, ziemlich ungemütlich.«

Als ob Schulzeit jemals gemütlich wäre…

»Darauf lasse ich es ankommen«, sagte ich, zwinkerte Susan zu und machte einen hollywoodreifen Abgang. Ich konnte noch sehen, wie Susan einen der 7.Klässler zur Seite stieß, als dieser es wagte, ihren Weg zu kreuzen.

Auf dem Flur wusste ich erst mal nicht wohin mit mir. Also entschied ich mich, mich nur auf eine Bank zu setzen, um mein Frühstück fortzusetzen.

Ich holte meinen Stundenplan raus und seufzte. In der nächsten Stunde hatte ich Englisch, noch so ein Fach, was ich einfach nicht mochte. Na ja, ich war jetzt nicht ganz so schlecht in Englisch wie in Mathe, aber trotzdem. Und am ersten Tag direkt Englisch zu reden ist immer peinlich. Ich konnte nur hoffen, dass meine Lehrerin mich erst mal in Ruhe ließ.

Schließlich klingelte es und ich musste wieder den Raum suchen. Englisch und Mathe wurde in dieser Schule unterteilt, in Einfach und Anspruchsvoll.

Also für Dummies und Streber. Ich konnte nur hoffen, dass Susan und ihre Barbies nicht in meinem Kurs waren, auf noch mehr Stress hatte ich jetzt absolut keinen Bock.

In Englisch war ich im Leistungskurs. Und ich habe immer noch keine Ahnung warum. Mathe ist klar, ne? -Grundkurs.

Als ich den Raum endlich gefunden hatte, klingelte es bereits zum zweiten Mal, was hieß, dass der Unterricht bereits begonnen hatte. Ich seufzte. Also schon wieder die gleiche Nummer wie vorhin: Ich klopfte, ging zum Lehrer, alle guckten dumm und der erste Eindruck kriechte in die zwanzig Köpfe.

Also erst einmal tieef durchatmen und anklopfen.

»Come in.« Na toll. Wahrscheinlich ist das eine, die nur Englisch spricht. Auf meiner alten Schule hatte die Lehrerin fast nie Englisch gesprochen.

Ich drückte die Klingel runter und trat mit festen Schritten auf die Lehrerin zu.

»Hi, I am April Sum-«

»Well, well. You're April Summer and you’re the new student. I know. Mr. Stone tells me about. So do you sit down, please? You’re disturbing my lesson.«, sagte Miss Ember und deutete mit der Hand auf einen leeren Platz in der Mitte des Raumes.

Ich ging zu meinem Platz und setze mich gerade hin, als Miss Ember sich räusperte.

»Okay guys, this is April Summer. And she’s the new student. So please be pleasant. Sarah, could you tell her, on which page we stay?«

Und Sarah beugte sich zu mir rüber und murmelte mir zu auf welcher Seite und welchen Text wir gerade lasen.

Ich mochte diese Frau schon jetzt nicht und das hieß im Umkehrschluss, dass ich wohl in Englisch schlechter werden würde. So ist das bei mir immer. Wenn ich einen Lehrer nicht mag, wurde ich irgendwie schlecht in seinem Fach.

»April, could you read the new paragraph?«, sagte Mrs. Ember und schaute mich herausfordernd an. Mist. Aber ich kam da wohl nicht mehr drum rum.

»Of course, Mrs. Amber. ›A weekend barbecue or disco evening with beer, wine or champagne at a birthday party, one or two alcoholic drinks with some colleagues on your way home – these are just normal everyday situations. No one at a birthday party or in a pub thinks of danger of becoming health problems caused by drinking alcohol. Some me- «

»It’s enough. You read quite okay but you must practice even more to be able to keep up with the other classmate. So Jenny could you read next?«

Jenny versagte vollends und auch die anderen, die Mrs. Ember dran nahm, um zu lesen, waren nicht wirklich gut. Offensichtich nahm sie extra die dran, die schlecht waren.

Ich hoffte einfach mal, dass es nur ein Zufall war und nicht, dass sie immer die schlechteren bloßstellen wollte.

Zum Glück klingelte es dann auch schon zur nächsten Stunde. Diese war Politik und in meinem Hauptklassenraum.

Ich schaute auf den Plan, lief eine Treppe nach oben und wen sah ich dann sofort? Richtig. - Susan und ihre Barbiepuppen, die vor einer Tür standen und irgendwelche, vermutlich 8. Klässler, anzickten. Ich ignorierte sie einfach und ging in die Klasse und schaute mich um:

Sie war in rosa Tönen gestrichen und es gab drei Spiegel.

Es gab keine Einzeltische, sondern eine Sitzreihe. Diese kannte ich noch von meiner alten Schule. Sie war so geformt wie ein U und das hatte den Effekt, dass sich jeder angucken konnte und auch das sich keiner vor dem Lehrer verstecken konnte. Was ich ziemlich doof fand, denn ich spielte im Unterricht liebend gerne mit dem Handy. Jetzt musste ich mir eine neue Taktik ausdenken, wie die Lehrer mich nicht dabei erwischen würden.

Ich seufzte. Hier würde ich also zwei Jahre, fast jeden Tag sitzen, außer wenn ich Mathe oder Englisch hatte. Unser Klassenlehrer hieß Herr Winter.

Wie passend: Summer und Winter. Haha…

Ich blieb erst mal kurz nach der Tür, an die Wand gelehnt stehen, da ich ja noch nicht wusste, wo ich sitzen sollte. Allerdings beschloss ich lieber draußen auf ihn zu warten, damit die anderen mich nicht anglotzen konnten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ein junger Mann auf mich zu.

Während er den Flur entlang ging, hatte ich Zeit, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Er war eindeutig der hübscheste Lehrer, den ich je gesehen hatte. Er war bestimmt auch Sportlehrer, denn er hatte breite Schultern und seine Muskeln zeichneten sich gut unter seinem dünnen T-Shirt ab.

Seine blauen Augen hoben sich von seinem zart gebräuntem Gesicht und seinen etwas längeren, zu einem Zopf geknotetem hell braunen Haaren ab. Er musste um die 1,90 groß sein, was seinem Erscheinungsbild dann noch die Krone aufsetzte.

Junge, Junge, ich hätte nicht erwartet, dass es schöne Männer auf dieser merkwürdigen Schule gab.

Aber es war natürlich eine angenehme Überraschung.- da guckt man doch auch mal gerne nach vorne.

»Du musst April sein. Eigentlich war es so geplant, dass du im Sekretariat auf mich wartest. Aber na ja, halb so wild, können die anderen noch mal ins Brot beißen«, sagte er und zwinkerte mir zu.

»Ach, ich hab mich noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße John Winter und bin ab jetzt dein Klassenlehrer. Komm mit, ich stell dich der Klasse vor. Nur keine Angst.«, er klopfte mir aufmunternd auf die Schulter und ging in die Klasse. Ich folge ihm und hatte dabei einen sehr guten Blick auf seinen breiten Rücken.

Wieder das gleiche Spiel wie vorhin. Nur, dass diesmal einige Blicke an Herr Winter kleben blieben und mich überhaupt nicht beachteten, was mich zum schmunzeln brachte. Herr Winter blieb vor der Tafel stehen und winkte mich zu sich.

»So Ladys ich hab ein paar Ankündigungen zu machen. Erst mal möchte ich euch unseren Neuzuwachs vorstellen«, er deutete auf mich »Das ist April Summer. Sie kommt von der Rosewell und ist es nicht gewöhnt nur Mädchen um sich zu haben, deswegen will ich keinen Zickenkrieg. Außerdem müssen wir die Sitzordnung etwas umändern, damit sich unsere April nicht ausgegrenzt fühlt. Ihr habt später noch genug Zeit, um sie näher kennen zu lernen. Sophia und Nicki, würde ich euch sehr weh tun, wenn ich euch April in die Mitte setze?«

Sophia und Nicki sahen sich an und lachten.

»Nein Mr. Winter, ist kein Problem, wir werden es schon verkraften.«, sagte die blonde und lächelte erst Mr. Winter an und dann aufmunternd in meine Richtung. Während die anderen ohne ein Wort einen Platz auf rutschten, ertönte von der Ecke ein zartes Stimmchen, was mir die Nackenhaare zu Berge stehen ließ.

»Also, Mr. Winter… Ich finde es ja gaanz toll und nett, dass Sie Summer integrieren möchten aber, ich denke es wäre besser, wenn sie sich neben mich setzen würde. Wie sie wissen bin ich Schulsprecherin und Vorsitzende des Gestaltungsclubs und Teamchefin im Turnverein. Ich könnte sie also viel mehr integrieren als Sophia und Nicki es je tun könnten.«

Susan Willow lächelte mich zuckersüß an und betonte meinen Nachnamen als wäre es etwas giftiges. Bevor Mr. Winter etwas sagen konnte, meldete sich nun wieder die Blonde zu Wort.

»Oh Susan, ich glaube nicht, dass sich überhaupt jemand nur in deiner Nähe befinden möchte, geschweige denn sitzen. Bleib du mal lieber mit deinen Püppchen, oh, entschuldige, ich meinte natürlich – Freundinnen, allein dahinten in der Ecke. Wir wollen doch nicht, dass die arme April den ganzen Tag dein penetrantes Parfüm ertragen muss. Komm April setz dich zu uns.«

Bevor Susan noch etwas erwidern konnte, schaltete sich Mr. Winter dazwischen:

»Wow, April ich glaub du bist richtig beliebt«, flüsterte er mir zu und sagte dann etwas lauter »Ich denke April ist schon ein großes Mädchen und kann selber entscheiden, wo sie sitzen möchte. Also April, du hast die freie Auswahl.«

Ich nickte und ging dann auf die beiden Mädchen am Fenster zu.

»Ich denke nicht, dass ich so viel Berühmtheit überhaupt vertragen kann, also setze ich mich doch lieber zu Sophia und Nicki.«

Dabei musste ich an Susan und ihrer Gefolgschaft vorbei und ich flüsterte Susan zu: »Guter versuch, Liebes aber ich denke nicht, dass du mir das Leben zu Hölle machen kannst. Ich hab schon Verbündete gefunden.«, und anscheinend hatte ich da genau ins Schwarze getroffen, denn sie funkelte Nicki und Sophia böse an.

Ich setzte mich also zwischen Nicki und Sophia und flüsterte beiden schnell ein »Danke! Ihr habt mich gerettet«, zu.

Wie Politik eben so ist, zog sich die Stunde wie Kaugummi, da konnte selbst Mr. Winter nicht mehr viel ausrichten. Während der ganzen Stunde, warfen mir Susan und ihre Barbies immer wieder tödliche Blicke zu, die ich dann aber gekonnt mit einem Kaugummi-Blasen-Platzer ignorierte. Wie es sich dann herausstellte war es eine doppelt Stunde die ich jetzt ertragen musste. Schule kann ja so nervig sein!

18 Novembre 2021 20:37:28 0 Rapport Incorporer Suivre l’histoire
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