writer93 Julien H.

Eine geheime Organisation forscht an dem elementaren Gefühl der Liebe und scheut kein Erbarmen ihre Existenz zu widerlegen. Diesmal jedoch führt ihr Handeln zu einer mörderischen Verfolgungsjagd mit einer unberechenbaren Probandin. Seien Sie gespannt und begleiten eine unscheinbare Frau auf Ihrem legendären Rachezug gegen eine ganze Organisation. Im Laufe der Kapitel werden Sie die Hauptprotagonistin Alice Phior besser kennenlernen und möglicherweise können Sie ihre Taten und Beweggründe nachvollziehen. Was würden Sie tun um die Liebe zu bewahren? Und was wenn sie Ihnen genommen wird? Einige Passagen enthalten blutige Darstellungen in Schriftform. FSK 14+


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Das Geständnis

Er stand am offenen Rand des Holzstegs und blickte in ihre jadegrünen Augen.

«Du tust das Richtige!» sagte er entschlossen.

«Ich verdiene dieses Schicksal» gestand er sich ein und wandte den Blick von ihr ab.

Da ihr rechter Zeigefinger über den Abzug der 44er Magnum zitterte, drückte sie die Waffe gegen ihren Innenschenkel und stieß auf.

«Verdammt!» heulte sie beinahe.«Es ist so kalt».

Ihre Tränen kristalliesierten auf den erröteten, bleichen Wangen die sich gegen die niedrige Temparatur nur versuchten zu wärmen.

«SAG!» schrie und wiederholte sie ein paar mal, doch eine Antwort blieb aus.«WARUM HAST DU DAS GETAN?».

Ihre lautstarken Worte trugen einen erstechenden Blick, geschmückt mit tiefen Augenringen und der Unberechenbarkeit eines verlorenen Menschen.

«Ich zähle bis drei!» nahm ihr Puls an Auftrieb an.«Dann erschieße ich dich!». Sie richtete die Waffe wieder auf ihn.«Verstanden?».

Auch jetzt blieb eine Antwort aus.

«Eins!» fing sie an zu zählen.

Sein Blick blieb gesenkt und von brechenden Gedanken gestört zu sein, doch trotzdem schien sie ein kleines, verstecktes Lächeln im rechten Mundwinkel zu erkennen.

«Zwei!» fuhr sie fort.

«SAG DOCH EINFACH WARUM MAN!» schrie sie verzweifelt in sein Gesicht.

Er reagierte nicht, sondern stand da wie eine Skulptur die Kontemplation darstellte.

«Drei». Dann schloß sie ganz fest die Augen und ließ die Leere in ihr übernehmen. Sie drückte schlussendlich den Abzug der Handfeuerwaffe.

«Weil ich dich liebe» ertönte ein leises Geflüster.

Doch noch bevor das Echo der Worte, die sie schon immer ersehnte, wiederhallen konnte, unterbrach der laute Knall des Schießpulvers sein letztes Geständnis.

«W..W..Weil» bebte ihre Unterlippe.«D...D..Du mich» sie nahm einen tiefen Atemzug und schaute hinauf.«Liebst?».

Er fiel rumpfwärts in das eiskalte Wasser zugleich seine Augen verblassten und der Schnee begann zu fallen.

Die Wasserfontene, die sein Körper beim Aufprall verursachte, holte die Frau, die immernoch die Waffe aufrichtete, auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie hatte gerade jemanden getötet. Ihm ein Loch in die Brust geschossen.

Sie hatte ein Leben genommen. Sein Leben.

«Ich .. Ich» stotterte sie in der Erwartung, klare Worte zu formulieren. Doch es gelang ihr nicht. Stattdessen fiel sie aus die Knie und versuchte die Masse an Tränen, die aus ihren Augen strömten, mit ihren Händen aufzufangen.

«Liebe?». Das Wort sauste in ihrem Kopf wie die Autos einer Schnellstraße vorbei. Immer und immer wieder. Das Wort hatte sie noch nie benutzt. Sie verstand es nie, nicht was es bedeutete oder was es für andere definierte. Eine chemische Reaktion deines Gehirns oder das tiefe Verlangen der Zweisamkeit. Beides waren Theorien, an denen sie ihr Leben lang schon forschte.

Doch jetzt hockte sie auf dem Holzsteg. Der Ort ihrer ersten Begegnung vor einigen Wochen. Wie konnte er jetzt schon von Liebe reden?. Der Gedanke schwirrte bereits in einer Division ihres Großhirns herum und suchte vergeblich nach einer Aufklärung.

Dann nahm sie ein leichtes Vibrieren an ihren Kniescheiben wahr, so leicht und minimal das sie es fast nicht bemerkt hatte.

«Ein Handy?» fragte sie sich nachdem die Tränen ausbleichten.

Sie dachte nach ob es überhaupt noch wichtig sei, doch bevor das Handy durch den Vibrationsalarm vom Steg hüpfte, hechtete sie zur feuchten Holzkante und rettete es vor dem Ertrinken.

Situationsbedingt sah sie auf das Display.

«Unbekannter Anrufer» stellte sie verwundert fest.«Sollte ich rangehen?». Sie vermutete etwas und suchte nach jeglicher Bestätigung, deshalb nahm sie schließlich ab.


Jan. 17, 2022, 5:04 p.m. 0 Report Embed Follow story
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