rebecca-wolff Rebecca Wolff

Robbys Vater war früh gestorben... es hatte ihn den Verstand weg genommen.


Kurzgeschichten Nicht für Kinder unter 13 Jahren. © Eigenes Werk

#kurzgeschichten #getrennte #welten
Kurzgeschichte
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Abgeschlossen
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Teil 1.

Erst wenn wir beginnen mit der Vergangenheit abzuschließen sind wir bereit die Realität unseres "Jetzt" zu erkennen und die Zukunft mit langsamen Schritten näher kommen zu lassen.



Es war jener Oktobertag, die Sonne schien und tauchte die Landschaft in ein matt- leuchtendes gelb. Ich hatte letztes Wochenende meinen Vater verloren. Er war sehr krank gewesen. Auch wenn ich zu den eher grobschlächtigen Jungs gehörte, zumal gute Chancen bei den jungen Mädchen hatte, fühlte ich mich hilflos. Verloren wie ein Katze die ins Wasser fiel und beinahe ertrank. Genau an jenen Oktobertag lernte ich, ein "anderer Mensch" zu werden. Der Mensch der den Drogen nachging wie ein Jagdhund dem Reh im Wald.


2 Jahre später.


Ich hatte keine Existenz mehr. Alles was ich aufgebaut hatte, die Beziehung meiner tief trauernden Mutter die sich nicht mehr um mich kümmerte, verfiel in Kontaktstille. "Werde ein richtiger Mann, wie dein Vater, ein Geschäftsführer und nicht ein Drogenabhängiger. Los, scher dich weg", das, waren ihre Worte gewesen. Meine Augen hatten sich mit Tränen gefüllt und ich war weg gerannt ohne ihr noch ins Gesicht zu sagen, ja, beinahe zu spucken während ich Tränen in ihren Augen glänzen sah: "Ich hasse dich, du bist eine Rabenmutter, weißt du das?", und war tief traurig weg gegangen.


-10 Jahre später.


Ich hatte mit Mühe und Not eine Ausbildung gemacht. Zum Krankenpfleger. Doch die Sucht nach Drogen machte mir das Leben zur Hölle. Eines Tages, ich war nach der Arbeit auf dem Weg zum Supermarkt, sah ich sie, meine Mutter. Ich bezahlte rasch und verließ den Einkaufsladen. Sie hatte mich irgendwie erwartend angesehen. Die Augen mit einer wortlosen Bitte. Nur welche? Ich war an ihr vorbeigegangen und hatte sie ignoriert.



-22 Jahre später.



Meine Mutter war gestorben. Ich war nicht bei der Beerdigung erschienen. Ich bereute es. Sichtlich rang ich um Fassung. Dann weinte ich. Die Tränen kamen wie aus vollen Wassereimern gegossen heraus. Tränen, die ich über zwanzig Jahre unterdrückt hatte. Tränen die mich fast wahnsinnig machten. Ich vermisste sie, meine Mutter. Ich hatte jetzt niemanden mehr. Was hatte ich bloß aus meinem Leben gemacht? Was sollte ich aus meiner Zukunft machen? Ich hatte getrennte Welten geführt. Getrennte Welten zur Realität und zur Vernunft. Ich musste jetzt an mich denken.

20. September 2023 17:28 0 Bericht Einbetten Follow einer Story
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Das Ende

Über den Autor

Rebecca Wolff Rebecca Wolff ist auf der schwäbischen Alb geboren, wohnhaft im Kreis Stuttgart. Schreiben ist ihr Hobby. Es ist wunderbar in die Welt des Schreibens einzutauchen und auch zu lesen. Sie denkt gerne über den Sinn des Lebens nach, hinterfragt auch vieles. Ihre eBooks beschreiben meistens das Leben.

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